Der TuS Varrel gewinnt die Jugend-Mannschaftsmeisterschaft


Christoph Musoldt, Waldemar Grams, Alex und Dimitri Bersch, Heiko Fischer, Prasena Gunarajan, Andree Stürken, Stephan Praceius, Frank Lehmann, Christian Voss.

Das sind die Namen der Meistermannschaften, die anno 2001 und 2003 Bremer Jugend-Mannschaftsmeister wurden. Im Jahre 2022 kommen neue Namen und Gesichter hinzu, denn bei den diesjährigen Jugendligen, die am vergangenen Wochenende im Bürgerhaus Oslebshausen ausgetragen wurden, stand am Ende wieder der TuS Varrel ganz oben.

Max Weidenhöfer, Tom Rehpenn, Bennet Salzmann, Julian Hinze, Justus Lumma, Fabian Gesell und Niklas Sobirey gehen als Landesmeister in die Vereinshistorie ein.

In diesem Falle hatten drei 6er-Teams für die höchste Spielklasse gemeldet, neben uns noch die Zweitvertretungen des Delmenhorster SK und von Werder Bremen. Zugegeben, das klingt wenig, ist aber im Trend der vergangenen Jahre noch eine vergleichsweise gute Beteiligung; immerhin war die Liga auch schon mal ausgefallen, weil es nur ein einziges Team gab. Wir hatten in der letzten Saison vor der Coronapause den Aufstieg geschafft und wollten diesen natürlich trotz oder gerade wegen guter Gegnerschaft gerne wahrnehmen.

So stand am Samstag die Hinrunde mit den ersten beiden Begegnungen an, am Sonntag dann gegen die gleichen Gegner die Rückrunde.

Mit 3 Punkten aus 4 Partien war Tom bester Spieler am zweiten Brett

Für uns ging es zum Auftakt gegen Delmenhorst, wobei wir einen absoluten Traumstart hinlegen konnten. Max rettete eine schwierige Stellung ins Remis, während Justus und Niklas ihre nicht idealen verlaufenen Eröffnungen durch die größere Erfahrung kompensieren und volle Punkte einfahren konnten. Bennet steuerte ein sicheres Remis bei, Julian und Tom wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, so dass am Ende ein sensationeller 5:1 -Erfolg zu Buche stand.

Doch schon in der folgenden Runde gegen Werder wurden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. An den vorderen Brettern relativ chancenlos, konnten lediglich Justus einen vollen und Julian einen halben Punkt beisteuern – beides immerhin gegen etwa 300 DWZ-Punkte stärkere Konkurrenz.

Weil Werder jedoch leicht überraschend gegen Delmenhorst verlor, beendeten alle drei Teams den ersten Tag mit einem Sieg und einer Niederlage. Also noch keine Vorentscheidung, volle Konzentration auf den Sonntag.

Am Morgen hatten wir spielfrei und konnten entspannt das Duell der Konkurrenten verfolgen. Werder hatte im Vergleich zum Vortag einige Spieler ausgetauscht, Brett 1 und 2 wurden als Ersatzspieler in der Jugendbundesliga benötigt. Dazu wählte Werder noch irrtümlich eine falsche Brettreihenfolge in der Aufstellung, am Ende gewann Delmenhorst aber auch auf sportliche Weise.

Genau wie Niklas tags zuvor steuerte Fabian einen wichtigen Punkt am sechsten Brett bei

Am Mittag stiegen wir dann in den Wettbewerb ein und abermals erwies sich Delmenhorst als Lieblingsgegner. Wie am Vortag hieß es 5 : 1, wobei Fabian, der im Vergleich zum Vortag Niklas ersetzte, den Schlusspunkt setzten durfte, als er in einem deutlich schlechteren Endspiel so lange kämpfte, bis der Gegner doch noch einen entscheidenden Fehler beging.

Damit waren wir Tabellenführer und dank der besseren Brettpunkte definitiv vor Delmenhorst. Doch unser Letztrundengegner Werder konnte uns noch überholen, also hieß es bei aller Euphorie, erstmal die eigenen Hausaufgaben zu machen, bevor man vom Meistertitel träumen durfte. Eine knappe Niederlage dürften wir uns sogar erlauben, aber mindestens 2,5 Brettpunkte mussten her.

Das Match begann denkbar ungünstig. Fabian konnte nach dem Marathonmatch zuvor nicht die gleiche Konzentration aufbringen und verlor schnell. Am Nebenbrett war Justus eine Leichtfigur im Nachteil, Julian daneben auch zwei Bauern.

Julian blieb in seiner ersten Saison ungeschlagen

Doch Justus kämpfte sich zunächst in ein Turmendspiel mit zwei gegen vier Bauern (vermutlich immer noch verloren), dann in eines mit einem Bauern für beide Seiten, in dem eher er selbst Gewinnchancen haben dürfte. Der Gegner bot sodann Remis, allerdings ohne selbst einen Zug zu machen, was er nach etwa zehn Minuten nachholte. Da Justus zu diesem Zeitpunkt noch über eine Stunde auf der Uhr hatte, konnten wir uns erstmal den weiteren Verlauf des Mannschaftskampfs anschauen.
Tatsächlich fand Julians Gegner nichts Besseres als eine Zugwiederholung, immerhin ein halber Punkt, den wir dem Titel näher kamen. Tom überspielte seinen Gegner sehenswert und konnte wieder Gleichstand herstellen. So konnte Justus das Remisgebot guten Gewissens annehmen und Bennets Niederlage, die sich schon länger abgezeichnet hatte, wurde von Max’ Sieg am Spitzenbrett kompensiert. Endstand 3 : 3 und in der Schlusstabelle hatten wir einen Punkt Vorsprung auf Delmenhorst, zwei auf Werder. Varrel ist Meister, wer hätte das gedacht?

Abhängig vom Ausgang der Jugendbundesliga, die erst im Juni endet, dürfen wir mindestens einen Stichkampf um den Aufstieg spielen. Sollte kein Bremer Verein auf einem Abstiegsplatz landen, entfällt die Relegation und wir dürfen direkt aufsteigen.

Zusätzlich hatten wir noch eine 4er-Mannschaft in der Jugendklasse gemeldet. Hier spielten einen Tag Fabian, einen Tag Ben W. am Spitzenbrett, dahinter rotierten die U10-Spieler Elia, Paul, Fionn, Theo und Ben L. bei ihrer ersten Mannschaftsmeisterschaft. Die Konkurrenz war noch etwas älter und erfahrener, so dass es diesmal noch nicht zu einem Mannschaftssieg reichte. Aber Spaß und Spielpraxis für alle sind fast genauso wertvoll. Und wer weiß, vielleicht wächst hier die Generation heran, die eines Tages den vierten Landesmeistertitel für den TuS Varrel einfährt…

Bei der Siegerehrung der Jugendklasse herrschte noch gutes Wetter…

Schachreicher Monat März